Fahrzeug und Leitstelle sprechen dieselbe Sprache

Verspätungen, Anschlüsse, Störungen und mittendrin eine Leitstelle, die sich Informationen aus drei Systemen zusammensuchen muss. Für viele kleine und mittlere Verkehrsunternehmen gehört das zur täglichen Praxis. Wie integrierte Bordrechner und Leitzentralenlösungen diesen Alltag grundlegend verändern.

Der Frühverkehr verzeiht keine langen Reaktionszeiten. Fällt ein Kurs aus, muss die Leitstelle binnen Sekunden entscheiden: Ersatzfahrzeug, Fahrgastinfo, Anschlusskoordination. Was dabei in vielen Betrieben noch immer fehlt, ist nicht das Know-how: es ist die Datenbasis in Echtzeit. 

 Wie wichtig durchgängige Echtzeitdaten für den Betrieb geworden sind, zeigt ein Blick auf die VDV Standards 453 und 454. Sie beschreiben den Austausch von Echtzeitinformationen für Anschlusssicherung, dynamische Fahrgastinformation, Fahrplanauskunft und die Visualisierung von Fahrzeugen im Leitsystem. In der Praxis arbeiten viele Leitstellen jedoch weiterhin mit getrennten Systemen für Fahrzeugortung, Disposition und Fahrgastinformation. Genau dort entsteht der Bruch, der im Störfall Zeit kostet. 

Das Problem liegt im Zwischenraum 

Informationen, die erst ankommen, wenn die Entscheidung längst hätte fallen müssen: Das ist die eigentliche Herausforderung. Ein Bus meldet Verspätung, aber wann erfährt es die Leitstelle? Wann die wartenden Fahrgäste? Wann der Disponent, der einen Anschluss noch sichern könnte? 

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie gut Fahrzeug und Leitstelle miteinander kommunizieren. Im Idealfall in Echtzeit über ein durchgängiges System. 

Bordrechner als Datendrehscheibe 

Moderne Bordrechner sind längst mehr als Fahrscheinautomaten. BusMATRIK etwa läuft auf einem Android-Tablet direkt an Bord und verbindet Ticketverkauf, GPS-Ortung, Fahrgastzählung und Kommunikation in einer Oberfläche. Die Fahrplanlage wird sekundengenau berechnet, Statusmeldungen gehen automatisch über Mobilfunk an die Zentrale, Diensthinweise erscheinen direkt auf dem Fahrerdisplay. BusMatrik  zeigt dem Fahrpersonal aktive Anschlussbeziehungen in Echtzeit, inklusive Zug- und Fremdanschlüssen über VDV 453. Weitere Informationen unter https://www.telematrik.com/schnittstellen-vdv/ 

Entscheidend ist dabei, was mit den Daten passiert: Sie verlassen das Fahrzeug. Sofort und automatisch. 

Die Leitstelle als ruhige Zentrale 

Auf der anderen Seite dieser Datenleitungen steht die Leitzentrale. ActionMATRIK empfängt, bündelt und visualisiert: Alle Fahrzeugpositionen auf einer Karte, Fahrplanlagen farblich markiert, Anschlüsse auf einen Blick. Dispositionsentscheidungen, wie beispielsweise Kursausfall, Ersatzfahrt, Haltesperrung, sind per Mausklick ausführbar. Kommunikation mit dem Fahrpersonal läuft über Push-to-Talk, Textmeldung oder Direktanruf, alles dokumentiert und nachweisbar. 

Betriebe, die auf diese integrierte Lösung umgestellt haben, berichten von bis zu 60 Prozent kürzeren Reaktionszeiten im Störfall. Nicht weil das Personal besser geworden wäre, sondern weil es früher weiß, was zu tun ist. 

„Unsere Systeme sollen im Betrieb genau das tun, was gebraucht wird: zuverlässig laufen, einfach bedienbar sein und die Menschen in der Leitstelle entlasten“, beschreibt TeleMatrik-Geschäftsführer Linus Gebhardt den Ansatz. „Digitalisierung hilft nur dann wirklich, wenn sie den Alltag leichter macht.“ 

Kleiner Betrieb, große Wirkung 

Gerade für kleine und mittlere Verkehrsunternehmen ist der integrierte Ansatz besonders relevant. Wo große Verkehrsbetriebe spezialisierte Teams für Disposition, IT und Reporting unterhalten, braucht ein mittelständischer Busbetrieb Lösungen, die ohne monatelange Schulung funktionieren und auch mit nur einem Disponenten in der Leitstelle verlässlich betrieben werden können. 

Die offene Systemarchitektur mit standardisierten VDV-Schnittstellen stellt sicher, dass bestehende Systeme angebunden werden können und VDV-Daten für Aufgabenträger automatisch aus dem laufenden Betrieb entstehen ganz ohne manuelle Aufbereitung, ohne Extraaufwand. 

 Was sich im Alltag am deutlichsten verändert, ist das, was aufhört: die ungeplanten Telefonate. Wenn Fahrzeug und Leitstelle in Echtzeit kommunizieren, ist die Antwort oft schon da, bevor die Frage gestellt wird. Auch Fahrgäste profitieren: Wer rechtzeitig über Verspätungen, Anschlüsse oder Alternativen informiert wird, muss seltener nachfragen und hat weniger Grund zur Beschwerde. 

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