etiCORE verstehen: Was der neue eTicket Standard für deinen Betrieb wirklich bedeutet

Der neue Ticketing Standard im deutschen ÖPNV wird die bisherige VDV Kernapplikation Version 1.x schrittweise ablösen und ist als Version 3 der VDV Kernapplikation die Basis für das künftige elektronische Fahrgeldmanagement.

etiCORE Ticketing

Montagmorgen. Erste Krankmeldung, eine Umleitung mehr im Netz, die Leitstelle arbeitet schon mit voller Drehzahl. Und im Hintergrund laufen nicht nur Umlaufplanung und Fahrgastinformation, sondern auch dein elektronisches Ticketing. 

Genau hier setzt etiCORE an. Der neue Ticketing Standard im deutschen ÖPNV wird die bisherige VDV Kernapplikation Version 1.x schrittweise ablösen und ist als Version 3 der VDV Kernapplikation die Basis für das künftige elektronische Fahrgeldmanagement. 

Wenn du heute mit Chipkarten, Handytickets oder Barcode Tickets arbeitest, wirst du dich in den nächsten Jahren mit etiCORE beschäftigen müssen. 

Was ist etiCORE

etiCORE ist die neue Hauptversion der VDV Kernapplikation, also des offenen Daten und Schnittstellen Standards für elektronisches Ticketing im ÖPNV. Die Version 3 erscheint erstmals auch vollständig in englischer Sprache, bekommt den Namen „(((etiCORE“ und wird ab 2026 parallel zur bisherigen VDV-Kernapplikation eingesetzt. Ab 2031 soll sie die alten Versionen vollständig ersetzen. 

Wichtige Eckpunkte: 

  • etiCORE = Version 3 der VDV-Kernapplikation 
  • Parallelbetrieb ab 2026 neben der VDV-KA Version 1.x 
  • Ablösung der alten Versionen etwa ab 2031 
  • Spezifikationen in Deutsch und Englisch für internationale Hersteller und Verkehrsunternehmen 

 

etiCORE vs VDV-Kernapplikation: die wichtigsten Unterschiede 

Der Schritt zu etiCORE ist mehr als ein Versionsupdate. Es geht um eine Modernisierung von Sicherheit, Technik und Dokumentation. 

  1. Moderne Sicherheitsarchitektur

Mit etiCORE wird das Sicherheitsmanagement auf aktuelle Kryptographie-Verfahren und längere Schlüssel umgestellt. Ziel ist es, Kundendaten, Unternehmensdaten und Einnahmen gegen aktuelle Angriffsformen zu schützen. 

Die neue Sicherheitsinfrastruktur basiert auf einem überarbeiteten Public Key Konzept, das sowohl Tickets als auch Hintergrundkommunikation absichert. 

  1. Schlankere und klarere Spezifikation

Die Spezifikationen werden umfassend überarbeitet. Künftig kommen unter anderem Unified Modeling Language (UML) und Business Process Model and Notation zum Einsatz, um Systeme und Prozesse grafisch und einheitlich zu beschreiben. 

 Für dich heißt das: Anforderungen werden greifbarer, Ausschreibungen und Tests lassen sich besser strukturieren, weil Abläufe visuell und nicht nur textlich definiert sind. 

  1. Internationalisierung

Damit auch internationale Systemhäuser und Verkehrsunternehmen den Standard nutzen können, wird etiCORE vollständig in englischer Sprache angeboten. 

Das ist gerade für Grenzregionen, Kooperationen und europaweite Plattformen ein effektive Gelegenheit, um gemeinsam zu planen, ohne sich in Übersetzungsdetails zu verlieren. 

 

etiCORE in deinem Betrieb?

Und wenn du wissen möchtest, wie das konkret in deinem Betrieb aussehen kann, vereinbare ein Strategiegespräch mit Linus Gebhardt und wir schauen gemeinsam auf die nächsten Schritte. 

Motics und Smartphone Tickets: warum das zusammengehört 

Parallel zu etiCORE spielt Motics eine zentrale Rolle. Motics (Mobile Ticketing Crypto Service) ist ein Sicherheitsverfahren, bei dem Handytickets mit einem dynamischen Barcode gesichert werden, der nicht kopiert werden kann. 

Damit können Verkehrsunternehmen hochpreisige Tickets wie Monats- oder Jahreskarten sicher auf dem Smartphone anbieten. 

Zusammen mit etiCORE entsteht so ein Ticketing Umfeld, in dem Chipkarte und Smartphone auf demselben Sicherheitsniveau unterwegs sind. Dies ist wichtig für alle, die Deutschlandticket, Abo Modelle und neue Vertriebswege kombinieren möchten. 

Migration zu etiCORE: Zeitfenster und Auswirkungen 

Ab 2026 sollen Systeme für VDV-KA 1.x und etiCORE parallel betrieben werden. Ab 2031 wird die alte Version schrittweise ersetzt 

Für dein Unternehmen bedeutet das: 

  • Softwareupdates für Hintergrundsysteme, Kontrollgeräte, Automaten und Verkaufsterminals sind Pflicht 
  • Ältere Hardware muss teilweise ersetzt werden, wenn keine kompatiblen Updates mehr verfügbar sind 
  • Chipkarten bleiben in der Übergangsphase gültig und werden erst bei Neuausgabe im neuen Format ausgegeben 

Die gute Nachricht: Es wird keine Hauruck-Aktion geben bei dem alle Karten gleichzeitig getauscht werden müssen. Aber:  Du kommst um eine saubere Migrationsplanung trotzdem nicht herum. 

 

Was heißt das konkret für kleinere und mittlere Verkehrsunternehmen 

 Gerade für kleinere und mittlere Betriebe sind zusätzliche IT Projekte oft schwer zu schultern. Gleichzeitig ist klar: Fördermittel, Vorgaben der Länder und Verbünde sowie das Deutschlandticket zwingen Ticketing und Sicherheit auf ein neues Niveau. 

Die Chancen: 

  • Ein stabiler, bundesweit einheitlicher Sicherheitsstandard statt vieler Insellösungen 
  • Bessere Voraussetzungen für Verbund- und Kooperationstarife 
  • Eine robuste technische Basis für Smartphone Tickets, digitale Abos und zukünftige Angebotsformen 

Die Herausforderungen: 

  • Budget für Hardware, Software und Projektsteuerung 
  • Koordination zwischen Verkehrsunternehmen, Verbund, Herstellern und Dienstleistern 
  • Schulung von Leitstelle, Kontrolle und Vertrieb 

Wer frühzeitig plant, kann Migrationsschritte mit ohnehin anstehenden Erneuerungen von Fahrzeugen, Bordtechnik oder Hintergrundsystemen verbinden – statt alles auf einmal stemmen zu müssen. 

So bereitest du deinen Betrieb auf etiCORE vor 

 Aus Sicht eines digitalen ÖPNV-Projekts lohnt sich ein einfacher, aber konsequenter Dreischritt: 

  1. Bestandsaufnahme Ticketing
  • Welche Medien nutzt du (Chipkarten, Smartphone Tickets, Papierbarcodes) 
  • Welche Kontroll- und Verkaufssysteme sind im Einsatz 
  • Welche Hersteller verantworten welche Komponenten 
  1. Roadmap mit Herstellern klären
  • Welche Versionen sind „etiCORE ready“ 
  • Welche Geräte benötigen Updates, welche Ersatz 
  • Welche Test- und Pilotphasen sind vorgesehen 
  1. Migration mit anderen Digitalisierungsprojekten koppeln

 Statt ein isoliertes Sicherheitsprojekt aufzusetzen, kannst du etiCORE mit Themen wie Disposition, Fahrgastinformation oder Abo Verwaltung zusammendenken. Dann wird aus einem Pflichtprojekt eine sinnvolle Stufe in deiner Digitalstrategie. 

etiCORE ist die Version 3 der VDV-Kernapplikation mit modernisierter Sicherheitsarchitektur, überarbeiteten Spezifikationen und vollständiger Internationalisierung. Ab 2026 wird sie parallel eingesetzt und ab 2031 die bisherigen Versionen ersetzen. 

Nein. Chipkarten bleiben grundsätzlich bis zum Ende ihrer Laufzeit gültig und werden nicht auf einen Schlag ausgetauscht. Neue Karten können im neuen Format ausgegeben werden. 

Motics ergänzt etiCORE als Sicherheitsmechanismus für Handytickets. Der dynamische Barcode soll Fälschungen verhindern und erlaubt es, Chipkartennutzer mit vergleichbarem Sicherheitsniveau auf das Smartphone zu migrieren. 

Starte mit einer Bestandsaufnahme, sprich mit deinen Herstellern über deren etiCORE Roadmap und plane Budget sowie zeitliche Schritte. Je früher du planst, desto besser lassen sich Ticketing, Leitstelle und die übrigen IT Projekte aufeinander abstimmen. 

 Wenn du Ticketing, Leitstelle, Fahrgastinformation und Planung aus einem Guss denkst, wird etiCORE nicht zum zusätzlichen Problem, sondern zu einem Baustein in einem System, das deinen Alltag wirklich einfacher macht. 

etiCORE bei euch?

Und wenn du wissen möchtest, wie das konkret in deinem Betrieb aussehen kann, vereinbare ein Strategiegespräch mit Linus Gebhardt und wir schauen gemeinsam auf die nächsten Schritte.