BUSKON 2026 im BMV
Die BMV Fachkonferenz klimafreundliche Busse 2026 hat am 24. Februar in Berlin stattgefunden, organisiert von der NOW GmbH, mit Teilnahme vor Ort und online. Auf der Veranstaltungsseite waren außerdem Exkursionen für den 25. Februar genannt, darunter ein Besuch eines BVG Betriebsgeländes.
Fördersignal, Praxisimpulse und Georg Hasses Eindrücke von der Fachkonferenz klimafreundliche Busse 2026
Für uns bei TeleMatrik war die Konferenz besonders spannend, weil sie genau die Themen zusammengebracht hat, die Verkehrsunternehmen aktuell bewegen: Förderung, Marktentwicklung, Betriebserfahrung, Infrastruktur und die Frage, wie der Umstieg im Alltag verlässlich funktioniert. Ein Blick in die Agenda zeigt, wie breit das Programm angelegt war, von Förderfragen und Marktimpulsen über Praxisberichte bis hin zu Infrastruktur und dem Best Practice Beispiel aus Oslo.
Was auf der Agenda auffiel
Schon der Aufbau der Konferenz zeigt, worauf es 2026 ankommt. In Session 1 standen die Elektrifizierung des Personenverkehrs, die Bilanz des Förderprogramms und die Markt und Technikperspektive im Mittelpunkt. In Session 2 ging es um Betriebs und Praxiserfahrungen, einschließlich eines Blocks zu elektrischen Fern und Reisebussen. In Session 3 rückte die Infrastruktur in den Fokus, mit einem eigenen Programmpunkt zu Energie, Netz und Nutzung sowie einer Podiumsdiskussion zum gemeinsamen Denken von Energie und Infrastruktur.
Ein weiteres starkes Signal war der Oslo Beitrag. Die Agenda führt ausdrücklich einen Best Practice Programmpunkt aus Oslo zum Betrieb einer der größten E Busflotten Europas auf, präsentiert von Elisabeth Skarsbø Moen, Director of Communications and Public Affairs bei Ruter AS.
Zur Einordnung: Ruter ist für den öffentlichen Verkehr in Oslo und Akershus verantwortlich und arbeitet mit Verkehrsunternehmen über Vertragsmodelle zusammen. Gerade deshalb sind die Erfahrungen aus Oslo für viele deutsche Verkehrsunternehmen interessant, weil sie nicht nur Technikfragen berühren, sondern auch Organisation, Betrieb und Steuerung.
Live Eindrücke
Unser Vertriebs und Marketingleiter Georg Hasse war am 24. Februar vor Ort und hat die Fachkonferenz live erlebt. Was bei ihm besonders hängen geblieben ist, war die Übergabe der Förderurkunden durch Bundesminister Patrick Schnieder an Verkehrsunternehmen aus ganz Deutschland. Für ihn war das ein sichtbares Zeichen, dass der Umstieg nicht mehr als Pilot betrachtet wird, sondern zunehmend im Realbetrieb angekommen ist.
Seine zentralen Eindrücke aus Vorträgen, Praxisberichten und Gesprächen vor Ort:
- Der Stadtbus wird elektrisch und das Tempo ist spürbar
Aus Georgs Sicht drehte sich die Diskussion nicht mehr um die Grundsatzfrage, ob elektrifiziert wird, sondern immer stärker um die Qualität der Umsetzung. Also um Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit und Betriebstauglichkeit.
- Der Engpass liegt oft bei Infrastruktur, Netz und Betriebskonzept
Besonders stark war für ihn der Infrastrukturblock. Dass die Agenda einen eigenen Fokus auf Energie, Netz und Nutzung gesetzt hat, passt genau zu der Realität in vielen Projekten.
Für viele Unternehmen wird die Herausforderung in den nächsten Jahren weniger die Fahrzeugentscheidung allein sein, sondern die Frage, wie Ladeinfrastruktur, Netzanschluss, Flächen, Wartung und Betriebskonzepte so zusammenspielen, dass daraus ein belastbarer Alltag entsteht.
- Oslo zeigt, wie wichtig Pragmatismus im Betrieb ist
Georg hat den Beitrag von Elisabeth Skarsbø Moen als Highlight erlebt. Besonders eindrücklich war für ihn, wie greifbar über Reichweite, Ladefenster und Prozesse gesprochen wurde und dass die operative Realität im Mittelpunkt stand. Der Agenda Titel zum Oslo Beitrag unterstreicht genau diese Praxisperspektive.
- Überland und Reisebusse bleiben die härtere Aufgabe
Dass die Agenda elektrische Fern und Reisebusse explizit in zwei Programmpunkten adressiert hat, zeigt, dass das Thema in der Branche angekommen ist. Gleichzeitig wurde aus Georgs Sicht sehr deutlich, warum die Umsetzung hier anspruchsvoller ist als im klassischen Stadtverkehr: längere Umläufe, weniger Standzeiten und häufig komplexere Infrastrukturbedingungen.
Das Fördersignal der Konferenz: 417 Millionen Euro für 1.887 neue Elektrobusse
Parallel zur Konferenz hat das Bundesministerium für Verkehr auf der BUSKON 2026 Förderurkunden übergeben. Laut BMV erhalten im aktuellen Förderaufruf 151 Unternehmen insgesamt 417 Millionen Euro. Gefördert wird die Beschaffung von 1.887 neuen Elektrobussen.
Das BMV nennt außerdem weitere Kennzahlen zur bisherigen Entwicklung. Nach Angaben des Ministeriums sind bereits mehr als 2.200 geförderte Elektrobusse im Einsatz. Diese hätten gegenüber Dieselbussen bereits mehr als 130.000 Tonnen CO₂ eingespart. Seit 2021 sei die Transformation mit rund 1,5 Milliarden Euro unterstützt worden.
Zusätzlich verweist das Ministerium auf die Breite der bisherigen Förderung über die bestehende Richtlinie: 334 Unternehmen in 400 Projekten, rund 5.300 Fahrzeuge einschließlich Lade, Tank und Wartungsinfrastruktur sowie knapp 100 Studien. Das ist für die Branche wichtig, weil es zeigt, dass der Markthochlauf längst nicht mehr nur einzelne Vorzeigeprojekte betrifft.
Ein zentraler Punkt für Verkehrsunternehmen ist der angekündigte Ausblick. Laut BMV hat Bundesminister Schnieder auf der Konferenz angekündigt, noch im Frühjahr eine neue Förderrichtlinie zu veröffentlichen und einen weiteren Förderaufruf zu starten. Dafür sollen für 2026 bis zu 500 Millionen Euro bereitgestellt werden Wir behalten dies im Auge und informieren euch gerne weiter über unseren Newsletter.
Das ist ein bedeutendes Signal. Gleichzeitig gilt für die Praxis: Die konkreten Anforderungen, Fristen und Förderbedingungen müssen mit Veröffentlichung der neuen Richtlinie im Detail geprüft werden.
Was die bestehende Förderlogik für die Praxis zeigt
Ein Blick auf die Informationen des Projektträgers Jülich macht deutlich, warum Förderung und Betrieb zusammen gedacht werden müssen. Er beschreibt die Förderung für Busse mit alternativen Antrieben im Personenverkehr als Unterstützung für den Markthochlauf von Batterie und Brennstoffzellenbussen und nennt ausdrücklich auch Lade, Wasserstoff Betankungs- und Wartungsinfrastruktur als förderfähige Bestandteile.
Genau daraus ergibt sich eine klare operative Konsequenz: Wer nur auf das Fahrzeug schaut, plant zu kurz. Wer früh auch Infrastruktur, Netz, Abläufe und Schnittstellen einbezieht, erhöht die Chance, dass aus einem Förderprojekt ein stabiler Betrieb wird.
Wie wir die Konferenz einordnen
Die Konferenz hat aus unserer Sicht sehr deutlich gezeigt, wie sich der Schwerpunkt verschiebt. Die Branche ist beim Thema Elektrifizierung sichtbar weiter als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Umsetzung, Integration und Betriebssteuerung.
Planung, Disposition, Betrieb, Datenflüsse und Schnittstellen entscheiden mit darüber, ob ein Projekt im Alltag entlastet oder zusätzliche Aufregung erzeugt.
Gerade für Überlandverkehre und gemischte Flotten wird diese Frage noch wichtiger. Denn dort treffen technische, betriebliche und infrastrukturelle Herausforderungen besonders stark aufeinander.
Wenn du aktuell an Elektrifizierung, Förderstrategie oder der betrieblichen Umsetzung arbeitest, lohnt sich jetzt ein genauer Blick auf das Zusammenspiel von Fahrzeug, Infrastruktur und Prozessen.
Weitere Infos: Now Förderung klimafreundliche Busse
und www.ebustool.de
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