2D-BarCodes im ÖPNV prüfen: Was der Scan aussagt
2D-BarCodeserlauben es , viele Daten auf engem Raum zu speichern. Auf ÖPNV-Tickets wird meist ein Aztec-Code verwendet. Bei diesem 2D-Barcode handelt es sich um einen frei verfügbarenStandard, der unter ISO/IEC 24778 normiert ist. Der Internationale Eisenbahnverband (UIC) hat den Aztec-Code als Standard für Fahrkarten definiert. Auch bei einem Papierticket mit beschädigtem Rand bleibt der Code oft lesbar.
Lesbar heißt allerdings noch nicht gültig. Der Bordrechner prüft zunächst, ob er den Herausgeber akzeptiert und ob die digitale Signatur zu den Ticketdaten passt. Die Signatur lässt sich einheitlich prüfen, die Angaben zur Fahrt kann ein Kontrollgerät daraus jedoch nicht einheitlich maschinell auswerten.
Zwei Formate, unterschiedliche Prüfverfahren
Im ÖPNV kommen vor allem UIC-Barcodes und VDV KA Barcodes zum Einsatz. Bei UIC-Tickets im Format 918.3 kann der Inhalt unterschiedlich aufgebaut sein. UIC 918.9 und VDV KA geben eine grundsätzliche Datenstruktur vor. Darin kann auch ein elektronischer Fahrschein im TLV EFS Format stecken. Ist dieser enthalten, kann dieselbe Tariflogik die fachliche Prüfung übernehmen. Die räumliche Gültigkeit braucht trotzdem eigene Regeln: Ein Verbund arbeitet etwa mit Zonen, ein anderer mit Haltestellen. Diese Regeln liegen als programmierte Logik oder in einem Kontrollmodul vor.
Die Formate unterscheiden sich auch beim Umgang mit Sicherheitsschlüsseln. Bei UIC-Verfahren können Schlüssel als Software gespeichert sein. Gelangt ein solcher Schlüssel in fremde Hände, können damit Tickets mit gültiger Signatur erzeugt werden. VDV KA setzt auf Hardwareschlüsselspeicher, sogenannte SAMs, und auf eine zentrale Infrastruktur mit Sperrlisten.
Wie schwierig uneinheitliche Vorgaben für die Kontrolle sind, zeigte die Einführung des Deutschlandtickets 2023. Damals waren auch UIC-Tickets mit unterschiedlich aufgebauten Inhalten und zahlreichen Zertifikaten im Umlauf. Kontrollgeräte mussten die jeweiligen Varianten kennen. Inzwischen gelten für die Ausgabe von UIC-Deutschlandtickets im Format 918.9 einheitlichere Vorgaben; es gibt auch eine Sperrliste.
Eine gültige Signatur schützt nicht vor dem Kopieren eines Codes. MOTICS erschwert die Nutzung eines Screenshots durch einen Barcode, der sich in kurzen Abständen ändert.
etiCore führt neue kryptografische Verfahren ein. Die fachliche Prüfung des enthaltenen elektronischen Fahrscheins kann laut Webinar weiterhin über dasselbe Kontrollmodul erfolgen; für die neuen Verfahren werden jedoch neue SAMs benötigt.
Selbst wenn ein Ticket technisch prüfbar ist, muss der Scanner es beim Einstieg lesen können. Viele Daten führen zu einem kleinteiligen Codemuster. Auf dem Smartphone können ein kleiner Bildschirm, Spiegelungen oder eine Displayfolie stören. Bei Papiertickets wirken sich Druckqualität und Beleuchtung aus.
Einnahmensicherung im ÖPNV am 2. November um 13 Uhr
Jan Pundt zeigt, wo Fahrgeldeinnahmen verloren gehen können und wo Busunternehmen ansetzen können. Neu als Referent dabei ist Christian Blümel von BIP. Er ergänzt das Webinar mit Erfahrungen aus der Fahrkartenkontrolle in Bussen und Bahnen. Georg Hasse moderiert.
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