Elektrobusse im ÖPNV 2026: Zahlen, Trends und was Verkehrsunternehmen jetzt beachten sollten

Elektrobusse im ÖPNV 2026: Zahlen, Trends, CVD Vorgaben und was Verkehrsunternehmen jetzt bei Beschaffung und Betrieb beachten sollten.

E-Bus

Die Elektrifizierung im ÖPNV hat eine neue Phase erreicht. Sie ist längst kein Thema mehr, das nur einzelne Vorreiter beschäftigt. Der aktuelle PwC E Bus Radar 2026 zeigt, wie stark sich der Markt in Deutschland bewegt hat. Zum 31. Dezember 2025 waren 4.752 emissionsfreie Busse im Einsatz. 1.397 Fahrzeuge kamen allein im Jahr 2025 neu dazu. PwC ordnet das so ein: Inzwischen fährt fast jeder zweite Stadtbus, der 2025 in Dienst genommen wurde, elektrisch.  

Besonders spannend ist, dass diese Entwicklung nicht auf wenige Metropolen begrenzt bleibt. Emissionsfreie Busse fahren laut PwC inzwischen in 222 Städten und Regionen in Deutschland. 2024 waren es noch 180, 2020 erst 90. Der Elektrobus ist damit sichtbar in der Fläche angekommen.  

E Busse sind im Alltag angekommen 

Wer heute auf den deutschen ÖPNV blickt, sieht einen Markt im Wandel. PwC beschreibt, dass der Elektrobus den Status des Pilotprojekts zunehmend hinter sich lässt und sich zur regulären Beschaffungsoption entwickelt. Das gilt nicht nur für große Städte, sondern auch für mittelgroße Standorte und regionale Verkehrsunternehmen.  

Ein Blick auf die Antriebsarten zeigt zudem, wie sich der Bestand zusammensetzt. Von den 4.752 emissionsfreien Bussen entfallen 4.034 auf Batterie E Busse, 628 auf Brennstoffzellenbusse und 90 auf Oberleitungsbusse. Die Batterie dominiert also klar, während Wasserstoff punktuell an Bedeutung gewinnt.  

Die Kostenfrage bleibt zentral 

So positiv die Entwicklung ist, so klar bleibt die wirtschaftliche Herausforderung. Laut PwC kostet ein batterieelektrischer 12 Meter Solobus im Durchschnitt 580.000 Euro, ein vergleichbarer Dieselbus 310.000 Euro. Beim Gelenkbus liegt der Durchschnitt bei 780.000 Euro für den Batterie E Bus und 410.000 Euro für den Dieselbus. Hinzu kommen Investitionen in Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse sowie die Erweiterung und Ertüchtigung von Betriebshöfen. PwC weist außerdem auf zusätzlichen Flächenbedarf hin, der vor allem in urbanen Räumen wirtschaftlich relevant wird.  

Genau an diesem Punkt wird die Diskussion im Markt konkreter. Es geht längst nicht mehr nur darum, ob ein Unternehmen elektrische Busse beschaffen will. Es geht darum, wie Fahrzeuge, Infrastruktur, Energieversorgung und Betrieb wirtschaftlich  zusammenspielen.  

Förderung ist entscheidend 

PwC macht deutlich, wie stark der Markthochlauf an Förderstrukturen gekoppelt ist. Von dem bis 2030 prognostizierten Bestand an emissionsfreien Bussen werden laut Studie rund 60 Prozent mit Bundesförderung beschafft. Gleichzeitig waren die Förderaufrufe in den vergangenen Jahren stark überzeichnet. Das unterstreicht, wie hoch der Investitionsdruck im Markt ist und wie wichtig verlässliche Rahmenbedingungen für Verkehrsunternehmen und Aufgabenträger bleiben.  

Für viele Unternehmen ist das ein kritischer Punkt. Denn unabhängig von der Antriebswende stehen viele Betriebe laut PwC bereits vor strukturellen Finanzierungsherausforderungen. Förderung ist damit kein Nebenaspekt, sondern ein zentraler Baustein für die wirtschaftlich tragfähige Umsetzung.  

Clean Vehicles Directive erhöht den Handlungsdruck 

Ein weiterer Treiber ist die Regulierung. Die Clean Vehicles Directive, kurz CVD, ist auf EU Ebene das Instrument, mit dem saubere Mobilitätslösungen in öffentlichen Beschaffungen gestärkt werden sollen. Die Europäische Kommission beschreibt, dass die Richtlinie saubere Fahrzeuge definiert und nationale Mindestziele für ihre öffentliche Beschaffung festlegt. Für Busse gilt zusätzlich, dass ein Mitgliedstaat in jeder Periode mindestens die Hälfte seines Beschaffungsziels für saubere Busse durch emissionsfreie Busse erfüllen muss.  

PwC konkretisiert das für Deutschland. In der ersten Referenzperiode von August 2021 bis Dezember 2025 mussten mindestens 45 Prozent der neu beschafften Stadtbusse die Kriterien eines sauberen Fahrzeugs erfüllen, davon mindestens 22,5 Prozent emissionsfrei sein. Mit Beginn des Jahres 2026 ist laut PwC die zweite Referenzperiode gestartet. Nun steigen die Anforderungen auf 65 Prozent saubere Busse, davon mindestens 32,5 Prozent emissionsfrei. Bezogen auf die jährlichen Stadtbus Neubeschaffungen entspricht das künftig rund 940 emissionsfreien Fahrzeugen pro Jahr.  

Wichtig ist dabei auch die Einordnung der EU Kommission: Die Zielwerte gelten auf Ebene des Mitgliedstaats als aggregierte öffentliche Beschaffung. Sie setzen also nicht automatisch starre Quoten für jede einzelne Ausschreibung oder jede einzelne Kommune fest. Mitgliedstaaten haben Spielraum bei der Verteilung, solange die Mindestziele insgesamt erreicht werden.  

Der Blick bis 2030 zeigt, wie groß die Aufgabe wird 

Die bekannten Flottenplanungen sehen laut PwC bis 2030 die Beschaffung von rund 6.400 weiteren emissionsfreien Bussen vor. Damit könnte der Bestand in Deutschland auf 11.103 Fahrzeuge steigen. Das würde einem Anteil von 61 Prozent am prognostizierten Bundesförderrahmen entsprechen, so wie PwC es in der Studie aufbereitet.  

Diese Zahlen machen eines deutlich: Die Elektrifizierung ist keine Randentwicklung mehr. Sie verändert Beschaffung, Betrieb, Infrastrukturplanung und Wirtschaftlichkeit im gesamten ÖPNV. Je mehr Fahrzeuge in die Flotten kommen, desto wichtiger werden belastbare Prozesse, saubere Daten und eine Planung, die den späteren Betrieb von Anfang an bedenkt. 

Was jetzt wichtig wird 

 Wer heute über E Busse spricht, sollte deshalb nicht nur auf Fahrzeugpreise schauen. Mindestens genauso wichtig sind Fragen wie diese: Reicht die Anschlussleistung am Depot? Wie lässt sich der Energiebezug wirtschaftlich organisieren? Welche Umläufe passen wirklich zur gewählten Technologie? Und wie werden Ausschreibungen so vorbereitet, dass Regulierung, Förderung und Betrieb zusammenpassen? Diese Fragen ergeben sich direkt aus den Herausforderungen, die PwC in der Studie beschreibt.  

Genau hier entscheidet sich, ob aus einer ambitionierten Beschaffungsstrategie auch eine gute Umsetzung wird. Hier zählen Planung, Integration und ein realistischer Blick auf Prozesse und Kosten. 

Der PwC E Bus Radar 2026 zeigt einen Markt mit klarer Dynamik. Mehr Fahrzeuge, mehr Regionen, mehr Druck durch Regulierung. Gleichzeitig bleiben Investitionskosten, Infrastruktur und Energieversorgung große Herausforderungen. Die Elektrifizierung schreitet also voran, aber sie verlangt mehr denn je nach ordentlicher Vorbereitung 

Quellen: 
PwC, E Bus Radar 2026 https://www.pwc.de/de/branchen-und-markte/oeffentlicher-sektor/pwc-e-bus-radar-2026.pdf 
Europäische Kommission, Clean Vehicles Directivehttps://transport.ec.europa.eu/transport-themes/clean-transport/clean-and-energy-efficient-vehicles/clean-vehicles-directive_en  

 

Positiv ist zugleich der Blick nach vorn: Das Bundesministerium für Verkehr hat für Frühjahr 2026 eine neue Förderrichtlinie mit einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro angekündigt, die erneut Fahrzeuge, Lade und Tankinfrastruktur sowie Machbarkeitsstudien unterstützen soll.

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