Autonom im Alltag: Was albus in Burgdorf heute schon leistet und was Verkehrsbetriebe daraus lernen können

Seit Mitte September 2025 läuft in Burgdorf in der Region Hannover ein Testbetrieb mit einem automatisiert fahrenden Linienbus, angelehnt an die Linienführung der 906.

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Copyright: Zypix

Und passend zur mobility move 2026 kommt albus nach Berlin: Laut ÜSTRA werden vom 7. bis 14. März in Burgdorf keine Fahrten angeboten, weil der Bus auf der Messe zu Gast ist. Zeit sich das Ganze mal näher anzuschauen. 

Projekt auf einen Blick 

1) Fahrzeug und Technik 

  • Fahrzeugmodell: KARSAN autonomous e ATAK, Technologiepartner ADASTEC
  • Länge: acht Meter
  •  Kapazität: 22 Sitzplätze, Reichweite bis zu 300 Kilometer  
  • Sensorik und Orientierung: ÜSTRA nennt LiDAR, Radar, Infrarot, zusätzlich Kameras, GPS und hochpräzise Karten werden in den FAQ beschrieben
  • Sicherheitslogik: ÜSTRA beschreibt für Level 4 unter anderem den Minimal Risk Maneuver als vordefiniertes Ausweich oder Abbremsmanöver im Notfall  
  • Infrastruktur: ÜSTRA schreibt, dass keine Anpassungen an der Straße erforderlich sind  

2) Strecke und Verkehrsumfeld 

  • Streckenbezug: entlang einer an die Linie 906 angelehnten Linienführung
  • Streckenführung: ÜSTRA nennt eine Route vom Bahnhof über mehrere Straßen und zurück, inklusive Kreisverkehr Schwarzer Herzog Kreisel und Südstadtabschnitt
  • Streckenlänge: ÜSTRA spricht von rund sechs Kilometern 
  • Betrieb im Mischverkehr: bis zu 40 km/h, ÜSTRA ergänzt: auf vielen Abschnitten gilt ohnehin 30 km/h und das Tempolimit wird eingehalten  
  • Komplexität im Betrieb: Region Hannover nennt elf Haltestellen und zehn Ampelkreuzungen auf der Teststrecke  
     

3) Fahrten, Takt und Teilnahme 

  • Angebot 2026: ÜSTRA nennt dienstags, mittwochs, donnerstags und samstags im Stundentakt von 8:50 bis 15:50 Uhr, zusätzlich jeden zweiten Montag
  • Veröffentlichung: Fahrzeiten werden monatlich veröffentlicht, Ausfälle sind im Testbetrieb möglich
  • Ticket und Zugang: Fahrten in Projektphase 1 sind kostenlos, Mitfahrt nur nach einmaliger Registrierung mit personalisiertem QR Code oder auf Papier im Fahrzeug  
  • Zielgruppe: geöffnet für volljährige Personen
  • Personal an Bord: während des Testbetriebs ist immer Fahrpersonal an Bord, Eingriff in die Steuerung ist möglich  
  • Barrierefreiheit: Rampe vorhanden, Elektrorollstühle passen aktuell nicht, Mehrzweckbereich wird geprüft, Assistenzhunde sind erlaubt  

4) Projektstruktur, Forschung, Förderung 

  • Projektverantwortung: Region Hannover leitet als Aufgabenträgerin, Betrieb durch ÜSTRA
  • Forschungsschwerpunkte: ÜSTRA nennt Akzeptanz, Umwelt und Verkehrseinflüsse sowie rechtliche Rahmenbedingungen als Themen der Begleitstudien
  • Vorbefragung: ÜSTRA berichtet von Rückmeldungen von mehr als 1.300 Personen in einer Online Umfrage vor Teststart  
  • Förderung laut ÜSTRA: rund 3,7 Millionen Euro bis Mitte 2027  

 

Was lernen Betriebe daraus, jenseits der Technik 

Autonomie ist zuerst ein Betriebsprojekt 

In Burgdorf wird albus nicht irgendwann, irgendwo getestet, sondern in einem klar definierten Rahmen. Genau das macht den Unterschied zwischen „wir haben mal probiert“ und „wir lernen systematisch“.  

Hast du in deinem Betrieb die Rollen und Prozesse so beschrieben, dass ein System später überhaupt verantwortbar betrieben werden könnte? 

  1. Akzeptanz entsteht nicht durch Technik, sondern durch Sicherheit im Erlebnis

ÜSTRA beschreibt, dass der Betrieb auf Basis einer Level 4 Erprobung erfolgt und Fahrpersonal sowie technische Aufsicht an Bord sind.  
Das ist mehr als ein Sicherheitskonzept. Es ist ein Akzeptanzfaktor, weil Fahrgäste und Mitarbeitende eine ansprechbare Instanz erleben, gerade dann, wenn etwas ungewohnt wirkt. 

Skalierung beginnt mit Integration, nicht mit dem nächsten Fahrzeug 

Die Region Hannover formuliert den Pfad nach dem Test klar: Wenn der Test erfolgreich verläuft, sollen drei Fahrzeuge beschafft und in das ÖPNV Angebot integriert werden.  
Damit rückt automatisch die Frage ins Zentrum: Wie passen autonome Fahrzeuge in Fahrplanlogik, Leitstelle, Störungsmanagement, Fahrgastinformation und interne Kommunikation? 

 

Ein Veranstaltungstipp: 

Im Konferenzprogramm ist im Forum Autonomes Fahren am Donnerstag, 12.03.2026 um 10:00 Uhr eine Session zu albus aufgeführt: „Erprobungsbetrieb eines autonomen Linienbusses, Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen“, mit Referierenden aus der Region Hannover Projektsteuerung und der Region Hannover.  

 

TeleMatrik auf der mobility move 

Wir sind ebenfalls auf der mobility move vor Ort und freuen uns auf Gespräche aus der Praxis. Welche Frage treibt dich beim Thema Autonomie am meisten um? Ist das für dich noch ferne Zukunftsmusik? Oder wie bewertest du den Stand der Dinge? 

Quellen
Projektseite albus ÜSTRA 
Presseinfo Region Hannover mit Fakten zu Fahrzeug und Genehmigung  
mobility move: 10. bis 12. März 2026, Estrel Berlin 

 

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